MCL feierte 20-Jahre-Jubiläum

Das renommierte Forschungsunternehmen Materials Center Leoben Forschung GmbH (MCL) feierte am 20. November 2019 mit einem Festakt in der Montanuniversität Leoben sein 20-jähriges Bestehen. Die Veranstaltung war mit rund 350 Besuchern, darunter prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, ein großer Erfolg.

Gruppenfoto von den Jubiläums-Feierlichkeiten vor der Bühne des Erzherzog-Johann-Auditoriums

Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten v. l.: DI Otto Starzer (FFG), Gerd Holzschlag (SFG), DI Dr. Andreas Weber (BMVIT), Dipl.-Betrw. Gisele Amancio, MBA (MCL), Univ.-Prof. Dr. Reinhold Ebner (MCL), Rektor Wilfried Eichlseder (Montanuniversität Leoben), KR Willibald Mautner (Finanzreferent Stadt Leoben), Mag. Dr. Stefan Riegler (BMDW) [Fotocredit: Foto Freisinger]

Das MCL wurde 1999 als Kplus-Zentrum gegründet. Die Gründungspartner, verschiedene Institute der Montanuniversität Leoben, der Technischen Universität Graz, der Technischen Universität Wien sowie die österreichische Akademie der Wissenschaften, die JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft und die Stadt Leoben, verfolgten das Ziel, eine neue Forschungseinrichtung zu schaffen, die zum einen eine Plattform für die Akquise und Durchführung größerer gemeinsamer Forschungsprojekte bildet und zum anderen die Lücken im Kompetenzportfolio und in der Infrastruktur der Partner schließt.

Nach 20 Jahren exzellenter Forschungsleistungen zieht man Bilanz: Das mit 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestartete Forschungsunternehmen mit Wurzeln in der reinen experimentellen Materialforschung übertrifft mittlerweile alle Erwartungen und agiert mit 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der internationalen Forschungslandschaft als anerkannter Partner in den Bereichen der Charakterisierung und Modellierung von Materialien sowie in der Simulation auf allen Längenskalen (von der atomaren Ebene im Material bis hin zu der Makroebene in Bauteilen). Darauf aufbauend expandiert das MCL seine Expertise und kombiniert physikalische Modelle mit künstlicher Intelligenz, um beispielsweise aussagekräftige Lebensdauermodelle für Materialien und Bauteile zu entwickeln.

Seit Anfang 2018 etabliert sich das MCL als Träger des COMET K2-Zentrums IC-MPPE als Kompetenzzentrum auf dem Gebiet des „Integrated Computational Material, Process and Product Engineering“. Ein neuer Ansatz für gleichzeitiges Design und Entwicklung von Materialien, Herstellungsverfahren und Produkten.

210 Mio. Euro Projektvolumen

Gestärkt werden die Entwicklungen auf diesem Gebiet durch zahlreiche nationale und internationale Forschungsprojekte, die das MCL in öffentlichen Ausschreibungen gewinnen konnte.

Bis dato hat das MCL 210 Mio. Euro Projektvolumen im Rahmen von 240 Kooperationsprojekten – die gemeinsam von der Industrie und der öffentlichen Hand getragen werden – umgesetzt. Als COMET-Kompetenzzentrum schlägt das MCL die Brücke zwischen Grundlagenforschung an der Universität und der anwendungsorientierten industriellen Forschung.

Dabei baut das MCL gemeinsam mit Industrie und Wissenschaft Kompetenzen auf und stellt sicher, dass die erzielten Forschungsergebnisse den österreichischen Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken.

Stimmen zu den Jubiläumsfeierlichkeiten

Univ.Prof. DI Dr.techn.Dr.h.c. Wilfried Eichlseder, Rektor der Montanuniversität Leoben: „Das MCL bedeutet für die Montanuniversität die Erweiterung der Forschungsbereiche und der Kapazität der werkstoffrelevanten Tätigkeiten. Es werden hier ergänzende Fachgebiete bearbeitet, ich nenne als Beispiel die umfassenden Simulationen oder die Mikroelektronik.“

DI Dr. Andreas Weber, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie: „Das MCL war eines der ersten KPlus und nunmehr ‚COMET‘-Zentren, die es eben seit mittlerweile gut 20 Jahren gibt. ‚COMET‘ hat das Ziel, die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft zu stärken und österreichische Forschung in spezifischen Bereichen auf Weltklasseniveau zu heben. In Zeiten der zunehmenden internationalen Arbeitsteilung und der Herausbildung von globalen Exzellenzzentren ist es für ein Land von entscheidender Bedeutung, solche Leuchttürme wie das MCL zu haben.“

Mag. Dr. Stefan Riegler, Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort: „Die Stärkung unternehmerischer Innovationsfähigkeit durch Förderung standortrelevanter Forschung ist ein zentrales Anliegen des BMDW, um Wohlstand und Beschäftigung auch künftig zu sichern. Das MCL ist ein hervorragendes Beispiel, wie erfolgreiche Kooperation im Rahmen des COMET-Programms gelingen kann.“

Gerd Holzschlag, Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft, SFG: „In den vergangenen 20 Jahren hat es das COMET-Zentrum MCL geschafft, sich als Forschungsleuchtturm mit internationaler Strahlkraft zu etablieren, und leistet damit, gemeinsam mit der Montanuniversität Leoben sowie den regionalen Leitbetrieben, einen wesentlichen Beitrag zur Positionierung der Obersteiermark als europäische Hightech-Region.“

DI Otto Starzer, Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH, FFG: „COMET ist das heimische Forschungs-Flagship-Programm von Bund und Ländern, das von der FFG umgesetzt wird. Das COMET-Zentrum MCL stärkt durch seine exzellente anwendungsorientierte Forschung nicht nur den Wirtschafts- und Forschungsstandort Österreich. Durch seine bestens ausgebildeten Forscherinnen und Forscher wird auch der Auf- und Ausbau wesentlicher Humanressourcen und somit ein weiteres COMET-Kriterium sichergestellt.“

Zukünftige Perspektive

Die Jubiläumsfeier stand unter dem Motto: „Materialtechnologien der Zukunft: Charakterisierung-Modellierung-Digitalisierung“. Dipl.-Betrw. Gisele Amancio, MBA, Kaufmännische Geschäftsführerin am MCL, erklärt: „In Zeiten der digitalen Transformation, steht auch die Materialforschung im Wandel. Zusätzlich zu den klassischen Charakterisierungs- und Analysemethoden sind digitale Technologien, komplexe Algorithmen, Computermodelle, neuronale Netzwerke und Datensammlungen ganz entscheidend, um die Entwicklung von materialbasierten Innovationen umfassend und schnell voranzutreiben.“

Das MCL erkannte diese Tendenzen und setzt somit auf die gezielte Anwendung von computergestützten Technologien (komplexe Materialmodellierungen und Simulationen sowie künstliche Intelligenz) gepaart mit hochmodernen Charakterisierungs- bzw. Analysemethoden. „Gerade durch diese Kombination von experimentellen und virtuellen Methoden werden schon heute Entwicklungszeiten wesentlich verkürzt, Innovationsprozesse beschleunigt und die Digitalisierung von Produkten und Herstellprozessen vorangetrieben, begründet Prof. Dr. Reinhold Ebner, wissenschaftlicher Geschäftsführer am MCL.

Mit mehr als 180 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verfügt das MCL über die interdisziplinäre Expertise, um wichtige Beiträge für die Innovationen der Zukunft und das „Internet-of-Things“ zu leisten. Der Frauenanteil beträgt derzeit rund 30 Prozent. Dieses Verhältnis gelte es in den nächsten Jahren maßgeblich zu erhöhen, 50 zu 50 werde angestrebt, sind sich Amancio und Ebner einig.

Fördergeber

Die Materials Center Leoben Forschung GmbH als Träger des COMET-K2-Zentrums IC-MPPE – „Integrated Computational Material, Process and Product Engineering“ wird im Rahmen von COMET – „Competence Centers for Excellent Technologies“ von den österreichischen Bundesministerien für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW), vertreten durch die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), und den Bundesländern Steiermark, Oberösterreich und Tirol gefördert.

Weitere Informationen – Kontakt:

Dipl.-Betrw. Gisele Amancio, MBA
Kaufmännische Geschäftsführerin, PR & Marketing
Materials Center Leoben Forschung GmbH
Roseggerstraße 12, A-8700 Leoben
Tel: +43 3842 45922 0
E-Mail: gisele.amancio(at)mcl.at
www.mcl.at

Erhard Skupa
Pressesprecher Montanuniversität Leoben
Tel.: +43 3842 402-7220
Mobil: +43 664 80 898 7220
E-Mail: erhard.skupa(at)unileoben.ac.at