TU Graz-Forscher mit TÜV AUSTRIA Wissenschaftspreis geehrt

Zur zukunftsorientierten Entwicklung des europäischen Energie-Verbundnetzes forschte der TU Graz-Elektrotechniker Gernot Nischler in seiner Dissertation. Dafür ehrte ihn der TÜV Austria mit einem der Wissenschaftspreise 2014.

Elektrotechniker Gernot Nischler freut sich in bester Gesellschaft über den TÜV AUSTRIA Wissenschaftspreis (Foto: v.l.n.r.: Prof. Heinrich Stigler, Dr. Gernot Nischler, Staatssekretär Harald Mahrer)

Elektrisierend war die Atmosphäre bei der Verleihung der mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Wissenschaftspreise am 28. Oktober 2014 im TÜV AUSTRIA Forum in Wien. Technikerinnen und Techniker, die die Welt nach vorne bewegen, wurden in den Kategorien „Wissenschaftliche Arbeiten an Universitäten und Fachhochschulen“, „Abschlussarbeiten an HTL“ und „Beispiele aus der Unternehmenspraxis“ ausgezeichnet. Gernot Nischler, Assistent am Institut für Elektrizitätswirtschaft und Energieinnovation der TU Graz, war einer von ihnen. Mit seiner Doktorarbeit „Zukunftsorientierte elektrizitätswirtschaftliche Netzentwicklung“ verdiente er sich einen der beiden Preise für Universitäten und Fachhochschulen. Der zweite Preis in dieser Kategorie ging an Thomas Ring von der Technischen Universität Wien.

Auszeichnung für Zukunftsperspektiven und Innovation

Der Preis wird in drei Kategorien vergeben. Das Prüf-, Zertifizierungs- und Weiterbildungszentrum TÜV AUSTRIA  will damit Fachkräfte im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich anspornen und ihre Leistung anerkennen. Die Verleihung fand unter dem Ehrenschutz von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner durch den Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung Harald Mahrer, den Präsident des TÜV Austria Johann Marihart, dem Geschäftsführer des TÜV Austria Stefan Haas und dem Generalsekretär der Industriellenvereinigung Christoph Neumayer statt.

Korridore in die Zukunft der Stromversorgung

Die europäische Energie- und Elektrizitätswirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Der fortschreitende Klimawandel und die bedrohlich steigende Energieimportabhängigkeit erfordern konkrete Strategien zur Gegensteuerung. Die Gewährleistung einer sicheren Stromversorgung, der zunehmende grenzüberschreitende Stromhandel und die Integration erneuerbarer Energien sind die drei zentralen Herausforderungen an das Übertragungsnetz. Generell steigt damit der Transportbedarf in den Netzen. Gernot Nischler beschäftigte sich in seiner Dissertation mit elektrizitätswirtschaftlichen Planungsgrundlagen wie beispielsweise die Integration steuerbarer Korridore in das hochvermaschte europäische Verbundnetz und Modelle für grenzüberschreitenden Stromhandel. Basis dafür war das am Institut für Elektrizitätswirtschaft und Energieinnovation kreierte Simulationsmodell ATLANTIS, das die gesamte Elektrizitätswirtschaft in Europa abbildet. Ergänzend entwickelte er eine Methode, mit der vorteilhafte Anschlussknoten steuerbarer Korridore an das Höchstspannungsnetz auszumachen sind.

Kontakt:

 

Dipl.-Ing. Dr.techn. Gernot Nischler
Institut für Elektrizitätswirtschaft und Energieinnovation
Inffeldgasse 18
8010 Graz
Tel.: +43 316 873 7907
E-Mail: gernot.nischler(at)tugraz.at

Weiterführende Links:


TÜV AUSTRIA Wissenschaftspreis

Videos der TÜV AUSTRIA Wissenschaftspreis-Gewinner 2014